Theater

Frau Lenin

Sonntag, 03. Juni 2018
Cammerspiele, Beginn: 18 Uhr

frei nach Velimir Chlebnikov

PREMIERE: Freitag, 01. Juni | 20:00 Uhr
Cammerspiele Leipzig (Kochstr. 132, 04277 Leipzig)

Weitere Termine:
Samstag, 02 Juni | 20:00 Uhr & Sonntag, 03. Juni | 18:00 Uhr

„Frau Lenin“ ist ein unbekannter Klassiker des russischen Futuristen Velimir Chlebnikov und dennoch genauso schmackhaft wie eine Schwarzwälder Kirschtorte. Zum Reinlegen gut. Nach altbewährtem Rezept werden für dieses künstlerische Sahnestück nur erstklassige Zutaten verwendet: Herzhafte Texte, aromatische Requisiten, raffinierte Kostüme, saftige Szenen, saure Schauspieler und spritzige Improvisationen. Diese lockere Mischung, serviert auf feinstem Porzellan, gibt der Inszenierung einen unvergleichlichen Geschmack.

Anfang des 20. Jahrhunderts: Frau Lenin ist in schlechter seelischer Verfassung. Sie bekommt Besuch von ihrem Arzt. Sie wird missverstanden und kommt in eine psychiatrische Einrichtung. Ihr Schicksal ist besiegelt.

Heute: Eine Frau hat Probleme mit sich und der Welt. Die Welt interessiert das jedoch nicht. Eine Frau geht daran zugrunde. Die Welt dreht sich weiter. Parallel dazu suchen drei Schauspieler nach der perfekten Inszenierungsvariante für die heutige Zeit. Frau Lenins Leidensgeschichte wiederholt sich.

Das Stück bietet die Möglichkeit durch seine Kürze in unterschiedlichen Versionen auf die Bühne gebracht zu werden. Die Schauspieler probieren das in immer extremeren Varianten aus. Die Zuschauer haben die Möglichkeit Teil des Abends zu werden. Es gibt kein Theater mehr. Alles ist echt! Oder doch nicht? Werden Sie die richtige Inszenierung finden?

Velimir Chlebnikov schrieb Anfang des 20. Jahrhunderts den Zweiakter „Frau Lenin“, der in einer Innenperspektive zwei Tage aus dem Leben der titelgebenden Figur abhandelt. Sein Stück gilt nach gängiger Interpretation als Kritik am psychiatrischen Gesundheitssystem im Russland seiner Zeit. Als Autor suchte er neue Möglichkeiten Sprache zu verwenden und mit seinen Texten, den vorherrschenden Literaturbetrieb zu provozieren.

Schauspiel: Clara Fuhrmann, Julian Fuhrmann, Jakob Altmayer, Charlotte Kremberg
Regie: Cyprian Zajt
Dramaturgische Unterstützung & Co-Regie: Enrico Engelhardt
Choreografie und Co-Regie: Eva Thielken


Cyprian Zajt beteiligt sich seit 2006 an diversen Theaterprojekten. Vom Schauspiel im KRESCHtheater Krefeld, über diverse Erfahrungen mit experimentellen Theaterprojekten in Leipzig, Prag und Breslau bis hin zum Regiedebüt mit der Stückentwicklung „Verzerrung“, welche 2016 ihre Gastspiel-Premiere in den Cammerspielen hatte, ist alles dabei. Als begeisterter Theatermensch nutzt er die Bühne als Spielplatz für die unterhaltsame Umsetzung existenzieller Themen, welche nicht selten an den intimen Geheimnissen und Sehnsüchten eines jeden, einfachen Menschen schmerzhaft kratzen.